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THE MONDAY NIGHT WAR
WCW
Eric Bischoffs Vorhaben am Montagabend eine LIVE-Show gegen RAW zu setzen wurde zu diesem Zeitpunkt von vielen Kennern der Szene belächelt und von nicht wenigen als ökonomischer Selbstmord eingestuft. Das Flagschiff der WWF erzielte zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche Ratings von ca. 3.5, was man damals in der Regel als extrem hoch für eine Wrestling-Show einstufte. Wie sollte da eine WCW mit ihren „alten" 80er-Jahre Stars gegen die „New Generation" der WWF bestehen und dieser noch Zuschauer abwerben? Diese Frage stellen sich damals viele Fans und die meisten gaben der neuen Show „Nitro" daher nur geringe Zukunftschancen. Zu sehr hatte Eric Bischoff im vergangenen Jahr auf alte WWF-Konzepte und zehnmal recycelte Storyline-Ideen gesetzt, als dass man von ihm große Innovationen erwartete um zur Promotion Nr. 1 aufzusteigen. Schon der Name der neuen Montagsshow sprach diesbezüglich Bände: Mit „Monday Nitro" kam man in der Lautschrift schon verdächtig nahe an „Monday Night RAW" heran - auch hier kopierte man also einmal mehr oder weniger schamlos eine WWF-(Namens)-Idee um das eigene Produkt leichter für die potentiellen Zuschauer vermarkten zu können. Dennoch zollten viele Experten Bischoff Respekt dafür Unternehmensleiter Ted Turner überhaupt dazu überredet zu haben, der WCW 60 Minuten (teure) PRIME TIME am Montagabend auf seinem nationalen Kabelsender TNT (der zuvor noch nie eine Wrestling-Show übertragen hatte) zur Verfügung zu stellen, was viele Kenner des TV-Markts zuvor für undenkbar gehalten hatten. Wrestling galt Mitte der 90er Jahre als Nischen-Produkt für eine bestimmte Zielgruppe und nicht unbedingt als „Prime Time"-tauglich. Das vorherige Flagschiff von World Championship Wrestling, WCW Saturday Night, hatte zuvor ein eher überschauliches Publikum in der späten Samstagabend-Schiene von Ted Turners Super Station vor die Bildschirme gelockt. Ob sich dies nun am Montagabend plötzlich ändern würde? Viele zweifelten daran. Dennoch blickten die meisten Fans wie auch die Experten voller Spannung auf die erste Ausgabe von WCW Monday Nitro, die strategischerweise just an dem Montag stattfand, als RAW aufgrund der US Open ausfallen musste. Bei der Premiere konnte man also einem Direktvergleich vorerst entgehen und hatte damit die Chance ohne Konkurrenzdruck im Nacken sein Produkt dem Stammpublikum von RAW vorzustellen. So blickten die meisten Fans in den USA mit großer Neugier auf den Start von Nitro und harrten der Dinge, die World Championship Wrestling den rund 1000 anwesenden Fans mitten in der Mall of America in Downtown Minneapolis, Minnesota zu präsentieren beabsichtigte.

Was würde die WCW zur Premiere ihren Fans bieten?
Welche Angles und Storylines würden präsentiert werden?
Welche Wrestler würden im Vordergrund stehen?

Fragen, die am 04.09.1995 beantwortet werden sollten, bei der Premiere von WCW Monday Nitro auf TNT …

Bei der ersten Show sollten ursprünglich zwei große Storylines im Mittelpunkt stehen, die im Sommer ihren Anfang genommen hatten. Kevin Sullivan, langjähriger Midcard-Heel der Promotion (mit nicht unerheblichen Backstage-Einflus)s, hatte zur Verblüffung der meisten Fans in den Vormonaten einen Kreuzzug gegen die Hulkamania gestartet. „The Immortal" Hulk Hogan, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit über einem Jahr der WCW World Heavyweight Champion war, hatte seit seinem Titelgewinn im Sommer 1994 fast alle großen Namen der Company clean besiegen können und lechzte nach neuen Herausforderern für weitere PPV Main Events. Sein jüngstes Opfer war der am meisten gefürchtete Top-Heel der Promotion geworden: The Man They Called … Vader.

Obwohl in dieser Fehde eigentlich nur ein Titelverlust Sinn gemacht hätte, hatte Hogan auch in einem Steel Cage Match im Main Event des „Bash at the Beach 1995" die Oberhand behalten und die gefürchteten stiffen Powermoves seines Gegners sowie dessen Finisher so gut wie gar nicht „verkauft" - was Vaders Standing als „Monster" bei den Fans logischerweise alles andere als gut tat. Zum Start von Nitro lag diese Fehde bereits in den letzten Zügen und sollte eventuell bei der zweiten Show im Main Event ihr finales Ende mit dem endgültigen Sieg von Hogan finden. Wer blieb nun also noch übrig um den „Unsterblichen" Hulkster noch von der Spitze der WCW zu verdrängen bzw. überhaupt noch gefährlich zu werden?

Die Fans staunten nicht schlecht, als die WCW Kreativabteilung im Sommer überraschend Midcarder Kevin Sullivan für diese Rolle in Position zu bringen schienen, der mit seinen knapp 1,80m Körpergröße nicht unbedingt prädestiniert für einen Main Event gegen Hogan zu sein schien. Der „giftige Zwerg" der Promotion wurde plötzlich Woche für Woche während seiner Kämpfe von mysteriösen Videobotschaften heimgesucht, bei dem ihn ein seltsam aussehender Mann dazu aufforderte „heimzukehren" und einen „Feldzug" gegen die Hulkamania zu starten. Was anfangs noch unheimlich bzw. gruselig begann und dabei wohl nicht ungewollt an die „magischen" Kräfte eines Undertakers erinnerte, nahm nach kurzer Zeit in den damals für die WCW typischen „Mini-Movies" seine Fortsetzung, die vom Inhalt und von der Qualität her in derart ungeahnte TRASH-Dimensionen vorstoßen sollten, dass sich die „Old School"-Fanbasis der Liga schmerzverzerrt vom Fernseher abwendete … oder sich schlichtweg vor Lachen am Boden rollte. In immer neuen Videoeinspielern wurde Sullivan in einen mysteriösen Keller, einen DUNGEON, gerufen - nein, ich sauge mir das hier nicht aus den Fenstern - um von einem auf einen finsteren Thron sitzenden glatzköpfigen Herrn - „King" Curtis - Befehle für den anstehenden Kreuzzug gegen die Hulkamania entgegen zu nehmen. Die genauen Motive für Curtis' Hass auf die wunderbare Kraft des Hulksters blieben dabei im Dunklen, schienen aber ihren Ursprung in einem alten Konflikt in der Vergangenheit zu haben. Sullivan schien zudem dem alten Herrn auf eine spezielle Weise hörig zu sein und beugte sich am Ende allen seinen Befehlen. Soviel Treue muss belohnt werden und so „transformierte" King Curtis seinen Jünger Nr.1 mit magischen Kräften zu einer neuen Person:

THE TASKMASTER war geboren. Unter dem ungläubigen Staunen der Fans erschien Sullivan unter neuem Namen fortan im rot-gelben Superheldenkostüm (!!!) zum Ring um andere Wrestler für seinen anstehenden Kreuzzug zu gewinnen. Und der „Meister der Aufgaben" sollte dabei nicht lange alleine bleiben, denn King Curtis versorgte ihn fortan jede Woche mit einem neuen Mitstreiter - alte WCW Wrestler mit neuen Gimmicks, die direkt einem schlechten Kindermärchen oder 80er Jahre Cartoon hätten entsprungen sein können. Nach und nach tauchten sie in den Mini-Movies im Keller des Schreckens oder englisch: im DUNGEON OF DOOM auf, um in Curtis' Armee zu dienen.

Aus Earthquake/Avalanche John Tenta wurde SHARK ATTACK, ein Wrestler, der sich wie ein weißer Hai (!!!) verkleidetete.

Aus Brutus Beefcake Ed Leslie, der den WCW-Fans zuletzt als „Man with No Name" präsentiert worden war, wurde ZODIAC, ein am ganzen Körper schwarz-weiß bemalter Wrestler, der die ganze Zeit seltsame Geräusche ausstieß und dabei stets das GEGENTEIL von seinem Gegenüber im Ring auszuführen versuchte. Ein böser SPIEGEL-Mensch mit bösen Absichten in der bösen Armee des DUNGEON OF DOOM.

Abgerundet wurde diese bunte Mischung aus kuriosen Charakteren später schließlich noch durch die aus der WWF bekannten BARBARIAN und KAMALA, die ihre alten Gimmicks behalten durften, da diese eh bereits sehr … hmmm … extravagant angelegt waren. Doch welcher dieser Dämonen des Bösens nun am Ende tatsächlich auf die Verkörperung des Guten - He-Man, ähm, Hulk Hogan - treffen sollte, blieb lange Zeit noch unklar. Dass man für den September PPV „Fall Brawl" mit den Wargames als Main Event plante, schien außer Frage - doch würde danach wirklich Kevin Sullivan in eine Single-Fehde gegen den Hulkster gehen? Daran glaubten die wenigsten Fans, und sie sollten damit am Ende Recht behalten. Denn in einem der letzten Mini-Movies schaute Hogan schließlich persönlich im DUNGEON von King Curtis vorbei um sich „dem Bösen zu stellen". Dabei wurde er hinterrücks von einem RIESEN attackiert, der ihn um mindestens drei Köpfe überragte. Lachend präsentierten Curtis und Sullivan dem Hulkster ihre fürchterlichste Waffe für den Kreuzzug gegen Hulkamania: THE GIANT (im schwarzen „Neandertaler"-Kostüm). Newcomer und Wrestling-Rookie Paul Wight war aufgrund seiner immensen Körpergröße von Talentscouts der WCW rekrutiert worden um als nächster „Monster"-Heel an den Hulkster verfüttert zu werden. Um ihn besser als Bedrohung für Hogan aufzubauen, schreckten die Booker auch vor dreister Geschichtsfälschung nicht zurück: Stolz deutete Curtis in einem der letzten DUNGEON-Movies vor dem Start von Nitro an, dass dieser Riese der Sohn (!!!) von einem alten Hogan-Rivalen der Vergangenheit - Andre, the Giant - sei. Eine dreiste Lüge, mit der man versuchte Old-School-Fans für die Fehde zu ködern.

Rechzeitig vor der Premiere von WCW Monday Nitro hatte man somit eine gigantische Heel-Armee aus verkleideten und zumeist verbrauchten Midcardern als Bedrohung für Hulk Hogan aufgebaut, die ihn von nun an - zum überwiegenden Entsetzen der breiten WCW-Fanbasis - in den großen Main Event-Angles der Liga den Garaus machen wollten.

Die zweite große Storyline zum Nitro-Start war da zum Glück wesentlich näher an der Realität und drehte sich wohl nicht ganz zufällig um DEN Vorzeige-Star der WCW VOR der Hogan-Ära: Ric Flair. Der Nature Boy steckte im Sommer 1995 aufgrund von einigen demütigenden Niederlagen gegen Hulk Hogan, Randy Savage und Vader (und Alex Wright!) in einer tiefen Identitätskrise, die an seinem Superstar-Standing kratzte. Sein sein bester Freund, Arn Anderson, hatte sich aufgrund seines anhaltenden Mißerfolgs (in den Storylines im TV) von ihm abgewendet, weil er in ihm nicht länger den großen Champion von einst erkennen konnte. Ganz allein auf sich gestellt gab der Nature Boy fortan das bemitleidenswerte Bild eines einsamen alten Wolfes ab, der sich seinen ehemals besten Freund in einer Single-Fehde stellen muss - eine spannende Ausgangssituation, die das Faninteresse an seinem Charakter nach langer Zeit wieder ansteigen ließ. Wen würde Flair, der ehemals „dirtiest player in the game", am Ende zu Hilfe rufen um gegen Anderson zu bestehen? Oder würde er es diese eine Mal alleine schaffen und seine Niederlagenserie beenden?

Diese Frage sollte genauso wie der Feldzug des Dungeon of Dooms beim ersten Nitro im Vordergrund stehen … und am Ende doch von dem überraschenden WCW Comeback eines Mannes überstrahlt werden, den zu diesem Zeitpunkt eigentlich niemand mehr so wirklich auf der Rechnung hatte … doch der Reihe nach.

Die neue Show auf TNT wurde mit einem stimmungsvollen Opener eröffnet, bei der eine Straßenzeile von auf den Häusern aufgeblendeten WCW Superstars im wahrsten Sinne des Wortes unter Hochspannung gesetzt wird. Ein ungewöhnlicher Vorspann, der sich zum damaligen Zeitpunkt deutlich von den auf Ring-Action fixierten RAW-Openern abhob. Nur vier Superstars schafften es anfangs in die Credits: Hulk Hogan, Vader, Randy Savage und Sting, was viel über die damalige Hierarchie im Roster verriet.

Auch beim Kommentatorenteam setzte die WCW auf Neuland, statt einem Duo präsentierte sich ein Trio den Zuschauern - an einem (später regelmäßig extra weit vom Ring entfernt in der Nähe der Entrance) aufgebauten Tisch mit großem Nitro-Logo: Eric Bischoff, Bobby Heenan und Ex-Footballstar Steve „Mongo" McMichaels führten durch das Programm. Eine gewöhnungsbedürftige Mischung, denn wo „The Brain" mit spitzer Zunge gekonnt die Babyfaces der Show aufs Korn nah, entwickelte sich der unerfahrene McMichaels als zweiter „Colour"-Kommentator zu einem hohen Nervfaktor und fiel eher durch die wechselnden Kostüme für seinen stets an seiner Seite wachenden Hund „Pepe" - einem Chihuahua - auf als durch geistreiche Sätze am Mikrophon.

Im allerersten Match der Show traf „Flyin'" Brian Pillman auf die japanische High-Flying Legende „Jushin Thunder Liger". Eine gute Wahl für einen Opener, denn beide begeisterten mit einem technisch ansehnlichen Match, welches Pillman nach knapp sieben Minuten für sich entscheiden konnte. Ein eigentlich PPV-würdiges Schamkerl zum Beginn setzte damit den Grundton für die neue Show - NIE WIEDER JOBBER-KÄMPFE ZUR PRIME TIME … und mit einem weiteren Kracher sollte es danach direkt weitergehen.

US Champion Sting traf ein weiteres Mal auf seinen Dauerrivalen Ric Flair, der ihn mittlerweile um Hilfe im Kampf gegen seine neuen Feinde Anderson und Pillman gebeten hatte. Eine spannende Ausgangssituation für das Match, die jedoch unmittelbar nach den beiden Ringeinzügen der Kontrahenten durch eine große Überraschung in den Hintergrund rücken sollte:

LEX LUGER, zu diesem Zeitpunkt eines der Top-Babyfaces der World Wrestling Federation, erschien plötzlich im Entrance Bereich, klatschte Fans ab und starrte Richtung Sting und Flair. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Nur eine Woche zuvor hatte Luger noch in den Main Event des WWF Summer Slams zwischen Diesel und King Mabel eingegriffen, hatte noch am Vortag bei einer Houseshow der WWF in Kanada gewrestlet und war zudem bereits für den nächsten „In Your House"-PPV der Federation mit einem Match gegen Hunter Hearst Helmsly auf die Card gesetzt worden. Alles Schnee von gestern - beim ersten WCW Monday Nitro kehrte „The Total Package" wieder in seine alte Heimat zurück, zu der Promotion, die er bereits 1991 für kurze Zeit als World Champion hatte anführen dürfen. Bei der WWF war ihm der ganz große Wurf bis zuletzt verwehrt geblieben, trotz des unvergessenen Einsatzes des „Lex Express" im Sommer 93 bei seiner Fehde gegen Yokozuna. Da die WWF Booker das gesamte Jahr 1995 kaum Ideen für ihren Vorzeige-Bodybuilder gehabt hatten, entschied dieser sich - nach langwierigen Verhandlungen - schließlich zum Sprung nach Atlanta. Da er in den letzten Wochen seiner WWF Laufbahn vertraglich bereits nicht mehr gebunden war und auf der Basis eines mündlichen Abkommens mit Vince McMahon seine Matches bestritt, konnte er relativ reibungslos die Seiten wechseln. Eric Bischoff ließ sich am Ende von Lugers besten Freund Sting zu der Verpflichtung überzeugen, obwohl er dem „Total Package" persönlich eher ablehnend gegenüberstand. Der Wechsel schockte nichtsdestotrotz die Mehrheit der Fans wie die der Experten, da es noch in der Vorwoche überhaupt keine Anzeichen dafür gegeben hatte - Eric Bischoff war also zur Premiere seiner neue Show eine faustdicke Überraschung gelungen … die er als Kommentator dann nicht minder verblüfft kommentierte:

"What's he doing here... Get that guy out of here... This is just unabashed arrogance... I want to know what he's doing here... Call security"

Ein Jahr vor der nWo wurde damit also bereits ein erster kleiner WWF-Invasions-Angle im Programm der WCW präsentiert. Während Bischoff Luger als Heel verkaufte, lobte Heenan den Neuling in höchsten Tönen … will der etwa Hogan herausfordern? Bevor Luger diese Frage beantworten konnte, führte Sicherheitschef Doug Dillinger den Neuankömmling aus der Halle, so dass sich die Fans wieder auf das Match zwischen Sting und Flair konzentrieren konnten. Dieses endete nach 11 Minuten nach einem Eingriff von Arn Anderson gegen den Nature Boy in einem DQ-Niederlage für den Stinger.

Es folgte der erste Auftritt von Scott Norton im WCW Programm, der sich zuvor in Japan als Powerhouse-Wrestler einen großen Namen gemacht hatte. Bischoff wollte seinem Programm einen möglichst internationalen Flair verpassen und bemühte sich fortan regelmäßig internationale Stars für seine Nitro-Shows zu verpflichten. Norton forderte sofort Randy Savage zu einem Single-Match heraus, was der Macho Man dann auch prompt annahm.

In Video-Promos wurden zudem die Debüts von Michael Wallstreet (aka. I.R.S. Mike Rontunda) und den aus der ECW bekannten SABU angekündigt. Gerade in dem Einspieler des schmierigen Börsenmaklers und Ex-WWF-Finanzbeamten wurde den Zuschauern durch kleinere Sticheleien noch einmal bewusst gemacht, dass man es mit der Herausforderung an die WWF ernst meinte:

"You know in the past people have talked and talked and talked about the New Generation, but the new generation is nothing more than the "few generation." That's why I am in WCW... where the greatest wrestlers in the world are... I'm sure the I.R.S. will be watching me really close."

Doch die New Generation der WWF erzitterte dann nicht gerade vor den Protagonisten des ersten Nitro Main Events:

WCW World Heavyweight Champion Hulk Hogan traf auf Big Bubba Rogers, den früheren (und späteren) Big Bossman der WWF. Nicht unbedingt die „greatest wrestler in the world". Bedenklich stimmten zudem die zahlreichen Anti-Hogan-Plakate im Publikum: „Hogan sucks", Hogan is a whimp", usw. Auch nach einem Jahr in der Promotion hatte der Hulkster enorm um die Akzeptanz der traditionellen WCW-Fanbasis zu kämpfen, die ihn in der Mehrheit immer noch ablehnte, was ihm bei seinem Champion-Run als Top-Babyface zunehmend behinderte, da die Chants GEGEN ihn oftmals auch von Soundteam nicht mehr wegzueditieren waren. Auch bei diesem ersten Nitro konnte man sie wieder hören. Nach gut sieben Minuten gewann Hogan aber schließlich wie erwartet diesen ersten Main Event der neuen Show clean nach dem Legdrop gegen Big Bubba. Interessanter als das Match sollten dafür aber die Geschehnisse danach werden. Der DUNGEON OF DOOM unter Führung von Taskmaster Kevin Sullivan - jedoch ohne den Giant - attackierte den Hulkster im Ring und schien dabei schnell die Oberhand zu gewinnen, als erneut LEX LUGER aus dem Lockerroom stürmte und Hogan vor der Übermacht rettete. Danach schienen beide aufeinander losgehen zu wollen, nur um dann von Sting und Randy Savage voneinander getrennt zu werden. Schließlich kam es doch noch zu einer Konfrontation am Mikrophon, bei der Luger klar machte, dass er in die WCW zurückgekommen sei um gegen Hogan um den World Title zu wrestlen:

"You are the only world's heavyweight champion. I want that belt and that's why I'm here. I've been down the same roads as you. I've been where you've been, I've beaten the same people you've beaten. I'm tired of playing with kids. I'm here to play with the big boys …"

Der Hulkster akzeptierte schließlich die Herausforderung, so dass ein strahlender Eric Bischoff bereits den Main Event für das zweite Nitro bekannt geben konnte:

Hulk Hogan vs. Lex Luger - for the 1st time ever!

Damit endete eine äußerst kurzweilige, mit Überraschungen gespickte Show, mit der sich World Championship Wrestling insgesamt positiv in Szene setzen konnte. Gutes Wrestling, interessante Angles, ein internationaler Flair im Roster (durch Norton und Jushin Liger) und die Sensationsrückkehr von Lex Luger setzen eine markante Duftmarke für das allererste WCW Monday Nitro und boten ein Wrestling-Produkt, dass sich deutlich vom etablierten RAW unterschied. Die Tatsache, dass man auf Jobber-Kämpfe völlig verzichtete, erhöhte zudem automatisch den Druck auf die WWF in Zukunft eine ähnliche Richtung Montagabend einzuschlagen …

Die Zuschauer belohnten die neue Show auf TNT zudem mit einer Traumeinschaltquote: Mit einer 2.9 war man auf Anhieb eine der quotenstärksten Shows des Kabelsenders geworden und hatte eindrucksvoll demonstriert, dass das WCW Produkt der WWF gefährlich werden könnte. Die wirkliche Feuertaufe stand freilich noch bevor, am 11. September 1995, als RAW und Nitro zum allererstenmal zeitgleich HEAD TO HEAD laufen sollten …

Results:

Brian Pillman besiegt Jushin Thunder Liger

WCW US Championship
Ric Flair besiegt Sting via DQ

WCW World Heavyweight Championship
Hulk Hogan besiegt Big Bubba Rogers

Rating: 2.9

WWF
Diese Feuertaufe bereitete indessen auch Vince McMahon großes Kopfzerbrechen. Schon zwei Wochen zuvor hatte er in einem AOL-Interview auf die Frage, ob Nitro der WWF helfen würde, offen seine Besorgnis über die aggressive Strategie der WCW geäußert:

"That's a good question. I really don't have an answer. I question the motives of those at WCW who made this decision. It's obvious that those at WCW are attempting to hurt the WWF and its fans. They are not content on attempting to help themselves but rather hurt a competitor. A very poor marketing philosophy, in my view. However, we always welcome comparisons. We don't wish to be considered in the same category as the WCW in many respects."

Lex Lugers plötzlicher Wechsel hatte ihn dennoch völlig unvorbereitet getroffen. Die nicht unrealistische Aussicht, dass der angekündigte Luger-Hogan Main Event viele der regulären WWF-Fans zur WCW locken könnte, ließ ihn nach dem Debüt von Nitro zum Telefon greifen um ein „Emergency Taping" in New York anzusetzen - um so die eigentlich schon vorproduzierte RAW-Sendung noch einmal durch eine andere Card ersetzen zu können. Der angekündigte Main Event Shawn Michaels vs. Sid schien nicht länger genug zu sein um gegen Hogan vs. Luger bestehen zu können. Außerdem beauftragte McMahon die Video Production Crew um David Sahadi damit schleunigst einen neuen Vorspann für seine Vorzeigesendung zu entwerfen.

Keine Frage: Nitro war bereits nach einer Ausgabe dabei die Wrestling-Industrie in Nordamerika nachhaltig zu verändern. THE WAR IS ON! … und McMahon musste nun reagieren. Was er sich einfallen ließ, erfahrt ihr u.a. nächste Woche in Folge 2 unserer Serie THE MONDAY NIGHT WAR, wenn folgende Themen im Vordergrund stehen werden:

- Hulk Hogan vs. Lex Luger - wer verlässt Nitro als World Heavyweight Champion?
- Alex Wright vs. SABU - Deutsches Wunderkind trifft auf Indy-Sensation
- It's time … to leave WCW: Vader liefert sich Backstage-Brawl mit Paul Orndorff
- Shawn Michaels vs. Psycho Sid - IC Champion rechnet mit Erzrivalen ab.
- Bulldog on a roll: Dave Boy Smith knöpft sich Razor Ramon vor.

Der direkte Einschaltquoten-Vergleich
Nitro: 2.9
RAW: - (Ausfall aufgrund der US OPEN)

Streak:
Nitro - RAW 1:0

Gesamt:
Nitro - RAW 1:0

Amtierende Champions (Stand: 04.09.1995)
WCW

WCW World Heavyweight Champion:
Hulk Hogan

WCW United States Champion:
Sting (2)

WCW World Tag Team Champions:
Bunkhouse Buck & Dick Slater

WCW Television Champion:
The Renegade

WCW Single Top Ten:
1.) Hulk Hogan
2.) Vader
3.) Sting
4.) Ric Flair
5.) Macho Man Randy Savage
6.) Taskmaster Kevin Sullivan
7.) Arn Anderson
8.) Big Bubba Rogers
9.) The Giant
10.) The Renegade

WCW Tag Teams Top 5:
1.) Bunkhouse Buck & Dick Slater
2.) Harlem Heat (Stevie Ray & Booker T.)
3.) The Nasty Boys (Brian Knobbs & Jerry Saggs)
4.) The Blue Bloods (Lord Steven Regal & Earl Robert Eaton)
5.) The American Males (Marcus Bagwell & Scotty Riggs)

WWF

WWF Champion
Diesel

WWF Intercontinental Champion
Shawn Michaels (3)

WWF Tag Team Champions
Owen Hart & Yokozuna

WWF Single Top Ten:
1.) Diesel
2.) "King" Mabel
3.) The Undertaker
4.) Bret "The Hitman" Hart
5.) Shawn Michaels
6.) Razor Ramon
7.) Psycho Sid
8.) The British Bulldog
9.) Isaac Yankeem, D.D.S.
10.) Hunter Hearst Helmsley

WWF Tag Teams Top Five:
1.) Owen Hart & Yokozuna
2.) The Smoking Gunns (Billy & Bart Gunn)
3.) The Blu Twins (Jacob & Eli Blu)
4.) Tatanka & Psycho Sid (Million Dollar Corporation)
5.) Men on a Mission ("Sir" Mo & "King" Mabel)

ECW

ECW World Heavyweight Champion:
The Sandman (2)

ECW World Tag Team Champions:
Raven & Stevie Richards

ECW Television Champion:
2 Cold Scorpio (2)

ECW Single Top Five:
1. The Sandman
2. Mikey Whipwreck
3. "Superstar" Steve Austin
4. Raven
5. 2 Cold Scorpio

ECW Tag Teams Top Five:
1. Raven & Stevie Richards
2. The Gangstas
3. The Public Enemy
4. The Pittbulls
5. The Dudley Boyz (Big Dick & Buh Buh & D-von)

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